The story behind the story

An unserem neunten Themenabend haben wir ihnen nun erstmals unsere eigene Buchreihe leben lieben lernen vorgestellt.
Anlass der Vereinsgründung im Jahr 2015 war unser Wunsch, dieses Programm zur Vermittlung universeller Werte -in mehr als 13 Ländern bereits eingeführt- auch nach Deutschland zu bringen.
Nun haben wir inzwischen 3 Bände herausgegeben, der vierte Band erscheint in wenigen Tagen. Zwei weitere werden bis zum Sommer folgen.
Also Grund genug, aufzuzeigen, wieso uns diese Bücher am Herzen liegen und was hinter dem Gesamtkonzept leben lieben lernen… alive to the world… oder aprendiendo a querer steckt.
Was macht diese Buchreihe so anders als die üblichen Erziehungsbücher und worin liegt der Mehrwert für Kinder, Eltern und Erzieher?
Was Kinder, Eltern und Erzieher hier an die Hand bekommen, ist kein moderner Knigge, kein Tugendkatalog, sondern ein vollständiges Curriculum zur Entwicklung einer reifen, lebensbejahenden Persönlichkeit und somit Chancen auf ein gelingendes Leben!
Dies haben wir erläutert anhand des konzeptionellen Aufbaus unserer Buchreihe, sowie mit Beispielen aus den bereits erschienen Bänden, die uns Susanna Filbinger-Riggert anhand von kurzweiligen, prägnanten Leseproben vorgestellt hat:
Band 3   Wir sind ein Team, 8-9 Jahre
Band 5   Einheit in Vielfalt, 10-11 Jahre
Band 6   Freundschaft, 11-12 Jahre

Tagung wertevollaufklären

Rückblick – wertevollaufklären, Tagung am 27.10.2018 in München

Die Grundlagen für eine „wertevolle“ Sexualpädagogik und kindgerechte Aufklärung sowie deren Umsetzung waren zentrales Thema dieser Tagung für Eltern, Lehrer und Pädagogen.
Unser Verein hat bei der Planung und Durchführung dieser Veranstaltung mitgewirkt und die Buchserie erstmals einem großen Publikum vorgestellt.
Eine sehr gute Resonanz hatte der „wew-workshop“, den wir neben acht weiteren  Organisationen angeboten haben.
Maßgeblicher Rahmen für alle Angebote waren die erprobten Leitlinien und Prinzipien
einer entwicklungssensiblen Sexualpädagogik.
Die Webseite des Kongresses ist noch geöffnet: wertevollaufklaeren.com
Es lohnt sich, einen Blick auf die einzelnen Veranstalter zu werfen, die unter „Workshopangebot I und II“ zu finden sind.
Ein Thema hat Andrea Heck genauer für Sie unter die Lupe genommen: Phil Pöschl von safersurfing fragte: „Soll das Internet unsere Kinder aufklären?“. Hier ihr Bericht dazu:

„Da wächst gerade eine Generation heran, die einer Flut von Pornografie ausgesetzt ist wie keine zuvor. Das Internet ist voll von gewalttätiger, abscheulicher Pornografie. Ich habe keine Ahnung, was das mit den jungen Menschen macht. Ich weiß nur, dass sie damit alleingelassen sind. Die großen Internetkonzerne müssen im Kampf gegen das Problem in die Pflicht genommen werden.“(Schauspielerin Emma Thompson, Interview „Bunte“)

Über das Thema Kinder- und Jugendschutz im Internet hat Phil Pöschl, Leiter und Gründer von Safersurfing in einem Workshop berichtet.  Kinder- und Jugendschutz im Internet ist ein Thema, das viele Eltern bewegt. Weiterlesen…

Digitalisierung und Schule

Rückblick auf unseren 10. Themenabend.

Wir haben am 5.7.2018 in Köln den Medienwissenschaftler Prof. Dr. Ralf Lankau von der Universität Offenburg zum Thema „Digitalisierung und Schule“ gehört.
Digitalisierung wurde – wie manch einer vielleicht erwartete – keinesfalls verteufelt. Ganz klar erkennbar jedoch und eigentlich eine Selbstverständlichkeit: Fundiertes Wissen geht vor Handeln und der allgegenwärtige Ruf nach Digitalisierung sollte zielgerichtet hinterfragt und in die richtigen pädagogischen Bahnen gelenkt werden!

Der Vortrag brachte manche unserer vorgefassten Meinungen ins Wanken. Prof. Lankau führte nämlich aus, dass die EU-weit geltende Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) trotz aller Kritik doch Sinn macht (Datenschutz ist Grundrechteschutz) und Programmieren lernen das logische Denken fördert, aber das geht auch ohne PC, denn als Einstieg in die Informatik ist es erst einmal wichtiger, sich das richtige Denkwerkzeug anzueignen. Dies lernt man z.B. spielerisch mit „CS Unplugged“ (https://csunplugged.org/en/).

Zu der offiziellen Pressemitteilung der gemeinsamen Veranstalter gelangen Sie hier.

Wir möchten Ihnen auch in Anbetracht der anstehenden Elternabende noch einige
wichtige Fakten, Fragen und Forderungen mit auf den Weg geben, falls das Thema „Digitalisierung“ in der Klasse Ihres Kindes zur Sprache kommt:

FAKTEN:

Tablets und Smartphones gehören nicht in den Unterricht. Valide belegt ist ihr großes Ablenkungspotential. Es sind „Geräte der Unterhaltungselektronik für Erwachsene“ (Steve Jobs) – unkontrollierter Datenverkehr kann nicht verhindert werden. Deshalb gehören sie gemäß der DGSVO von Mai 2018 NICHT in den Unterricht.
Datenschutz bieten geschlossene örtliche Netze (Intranet), zeitweise gezielter, kabelgebundener Internetzugang über verschlüsselte Datenleitungen, das Prinzip Edge Computing statt Cloud, d. h. sensible Daten werden nur lokal und offline generiert und verarbeitet.
Recherchestrategien und Quellenvalidierung sind Grundlagen einer qualitätvollen Internetarbeit. OER (open Education ressources) sind Einfallstore für Lobbyisten.

FRAGEN:

Was sollen die Schüler in bezug auf „Digitalisierung“ genau lernen?
Werden Daten von Schülern, z. B. Lernprofile gespeichert? Wer hat darauf Zugriff, ausserhalb der Schule?
Werden die Daten wieder gelöscht (Recht auf Vergessen)?
Netzzugang über Kabel oder WLAN?
Wird die DSGVO eingehalten?

FORDERUNGEN an die Schule:

Keine zentrale Schulcloud, Intranet (lokale Datenhaltung) statt Internet (Stichwort Edge Computing)
Datensparsamkeit statt umfangreicher Profilierung von Schülern (learn analytics)
keine langfristige und unkontrollierte Speicherung von Lernbiographien
Unterrichtsvorbereitung durch den Lehrer mittels vorherigen Herunterladens von Dateien
Vermittlung von informationstechnischem Wissen und Können mittels Arbeiten an Desktop oder Laptops, statt Tablets oder Smartphones
Unix/Linux als Betriebssystem statt Android, MacOS oder Windows
begrenztes Arbeiten im Netz
Open Source Software statt Softwareleasing in der Cloud
Verschlüsselung von Daten und Verbindungen

FORDERUNGEN an die Politik:

Lehrerfortbildung und altersadäquate didaktische Konzepte
Vom Bundesland betriebene Bildungsserver, auf denen staatlich geprüftes Unterrichtsmaterial zur Verfügung gestellt wird
Keine ausschliessliche Beratung von Politikern durch Anbieter der Global Education Industrie (GEI)
Bereitstellung von Webadressen, die als qualifizierte Informationsanbieter staatlich geprüft sind (white lists) / nutzbar von Schülern über gesicherte Leitungen
Dies sind nur Stichpunkte, das Thema ist komplex. Wer sich tiefergehend damit beschäftigen möchte, dem sei die hervorragende Webseite unseres Referenten empfohlen. Hier werden weitergehende Fragen anhand zahlreicher Publikationen umfassend beantwortet: lankau.de

Bücheremfehlung

Bücherempfehlung:

Für Kinder von 10-13 Jahren: „Wir Powergirls“ + “Rakete startklar!“ (je 13,00 €*)

Fontis-Brunnen Basel
ISBN 978-3-03848-083-9 (Mädchen)
ISBN 978-3-03848-115-7 (Jungs)

Ein lebensbejahendes und wertorientiertes Buch haben Regula Lehmann und Pascal Gläser aus der Schweiz für Kinder in der Vorpubertät zum Selbstlesen geschrieben.

 

 

 


Für Lehrer: „Powergirls und starke Kerle“ (0,00 €*)

Regula Lehmann und Phil Pöschl
Edition Saferchildren ISBN 978-3-9502975-7-7

Sinnvoller Sexualkunde-Unterricht statt Sexualität der Vielfalt und Gendertalk- Das geht! 9 Unterrichtseinheiten Sexualkunde für Altersstufe 10-13 Jahre

Wir weisen darauf hin, dass das Buch im Download und als Printversion sowie dazugehöriges Bonusmaterial z.Zt. noch kostenfrei erhältlich ist über www.saferchildren.org

 

 

 


Für Eltern (von Kindern im Alter von 0-20 J.) „Sexualaufklärung Familiensache“ (13,90 €*)

Just do it- Bevor es andere tun von Regula Lehmann, Brunnen Verlag Basel ISBN 978-3-7655-1528-6

Erprobte Leitlinien für ein gesundes Aufwachsen von Kindern in einer sexualisierten Welt,vorgestellt aus der Sicht einer erfahrenen Mutter.

 

 


Für Jugendliche von 13-19 Jahren „Fit for Love“ (29.90 €*)

Herausgeber: Fachstelle Mediensucht
Hier bestellbar

 

Aus Deutschland und manchen schon bekannt durch unseren Themenabend zur Internetsucht. Ein Praxisbuch für Lehrer und Eltern zur Prävention von Internet-Pornographie-Konsum von Tabea Freitag

Mit Hilfe einer bindungsorientierten Sexualpädagogik führt die Autorin zu einem ganzheitlichen Verständnis von Liebe und Sexualität.

 


Für Eltern und Jugendliche (Vorpubertät bis Reife)

„sexuality explained “(GBP 12,99*)

Louise Kirk, Gracewing UK
ISBN 978-085244-808-3 oder über Amazon (19,33 €*)

 

Die Autorin aus England schreibt in sehr differenzierter Form und rücksichtsvoller Sprache, behutsam und klug aufarbeitet. Ein ungewöhnlicher Blick auf schwierige Themen, die geschickt zur Sprache kommen.

Martina Sornek, selber Mutter von vier erwachsenen Kindern und Gymnasialehrerin in der Oberstufe hat dieses Buch für uns gelesen und empfiehlt es sehr für Eltern, die ihre Kinder bilingual erziehen und /oder die Thematik in englischer Sprache als Herausforderung betrachten.


Aus unserer eigenen Buchreihe:

Für Kinder, Eltern, Lehrer von 6-19 Jahren
„leben lieben lernen“ (je 22,80 €*, 20,00 € im Direktverkauf)

Christine de Marcellus Vollmer u. Co-Autoren, bei Amazon erhältlich

 

Band 3 Wir sind ein Team 8-9 Jahre
ISBN 978-3-946676-05-8
Band 5 Einheit in Vielfalt 10-11 Jahre
ISBN 978-3-946676-02-7
Band 6 Freundschaft 11-12 Jahre
ISBN 978-3-946676-03-4

 

Die Sexualerziehung ist ein nur ein Teil des Gesamtkonzeptes unserer Buchreihe. leben lieben lernen behandelt in jedem Band in einer von ca. 7 Einheiten das Thema Aufklärung, jeweils aus der altersspezifischen Sicht und immer unter anderen Aspekten: so geht es in Band 3 um Genetik, in Band 4 um Ehe und Kinder kriegen. Band 5 behandelt verschiedene Aspekte der Pubertät, ganzheitlich und werteorientiert.

Unser Band 3 ist da!

In Band 3 unserer Reihe „leben lieben lernen“ für Kinder von 8-9 Jahren, geht es um Sport, Spiel und Teamfähigkeit. Die Kinder erkennen, dass Tugenden wie Durchhaltevermögen, Respekt, Aufrichtigkeit oder Fairness nicht nur im Sport eine große Rolle spielen, sondern auch im Alltagsleben, zu Hause und in der Schule.

Der neue Band 3 ist ab sofort bestellbar bei Amazon oder bei unseren Veranstaltungen im Direktverkauf.

Wir nehmen das Erscheinen des dritten Bandes „Wir sind ein Team“ zum Anlass nun das Gesamtkonzept unserer Buchreihe vorzustellen!

Ü3 Betreuung Chancen und Risiken

Wussten Sie schon, dass das Deutsche Ärzteblatt bereits im September 2014 titelte: „Stresshormon verringert Knochenstabilität bei Kindern“
www.aerzteblatt.de/Stresshormon-verringert-Knochenstabilitaet-bei-Kindern

und die AOK im Jahr 2012 feststellte: Im Osten der Republik gibt es eine signifikant höhere Zahl an Knochenbrüchen. Dort scheint man gefährlicher zu leben: In Rostock 7,15% Knochenbrüche gegenüber Duisburg mit 3,29%.
https://www.presseportal.deknochenbruch-risiko-ist-im-osten-besonders-hoch-bundesweite-frakturen-statistik-zeigt-grossstaedte

Dass dies mit der flächendeckenden Kitabetreuung in der ehemaligen DDR zu tun haben könnte, liegt auf der Hand, wenn man die Erkenntnisse aus der großen amerikanischen NICHD Studie (National Institute of Child Health and Development) betrachtet: Bis zu 90% aller frühbetreuten Kinder haben eine Cortisolspiegel, der dem eines Managers mit Burn-Out Syndrom vergleichbar ist!
https://www.fachportal-bildung-und-seelische-gesundheit.de

Diese und weitere erstaunliche Erkenntnisse hat uns Dr. Dorothea Böhm in ihrem wissenschaftlich fundierten Vortrag am 6.März über die Chancen und Risiken der U3-Betreuung dargelegt.

Ihre häufigste Frage: Haben Sie schon mal von dieser Studie gehört? Leider nein, war die Antwort zu der Frage aus dem Publikum, bei der es um die größten Studien zum Thema frühkindliche Stressbelastung im Zusammenhang mit einer frühen Krippenbetreuung ging und zwar aus den USA, Kanada und Österreich.

So schwirrten uns die NICHD-Studie, Wiener Krippenstudie, Quebec-Studie durch den Kopf, allesamt großflächig angelegt um die Langzeitwirkung von Krippenbetreuung zu untersuchen und in Erinnerung blieb wohl am Besten: dass wir noch nie etwas davon gehört haben, – dass die Initiatoren allesamt Krippenverfechter waren und ihre Meinung massiv revidieren oder modifizieren mussten…, – dass Übergewicht, AD(H)S u.v.m. weitere Folgen der chronischen Stressbelastung bei Kindern sind und – dass selbst die kognitiven Vorteile, sprich Bildung, erstaunlicher Weise nur sehr begrenzt nachweisbar sind (unter 5% lt. Nubbek-Studie/Deutschland)

Aber es gibt auch gute Nachrichten: eine Fremdbetreuung ist bei höchster Qualitätund zeitlicher Begrenzung (ab dem zweiten Lebensjahr max. 20h und max. halbtags, siehe auch „Bielefelder Empfehlungen“) ggf. unschädlich, je nach individueller Bereitschaft des Kindes.

Für unsere Gäste vor Ort gibt es auf Wunsch wieder den Originalvortrag zum Nachlesen.
Weiterführende Informationen für alle:

www.fachportal-bildung-und-seelische-gesundheit.de
www.sicherebindung.at
www.fuerkinder.org
www.attachmentparenting.org

Unersetzliche Eltern

Bei der Vorstellung der Expertise „Sexualisierte Grenzverletzungen und Gewalt mittels digitaler Medien“ in Berlin am 17.1.2017 forderte der Beauftragte der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, J. W. Rörig, die Politik dringlich auf, endlich die sozialen Netzwerke dazu zu verpflichten, geschützte Nutzungsräume für Kinder und Jugendliche zu schaffen, in denen diese sicher seien vor den Nachstellungen pädophiler Erwachsener. Zusätzlich sollten sie Beratungs- und Hilfsangebote gut sichtbar auf ihren Seiten einstellen und künftig eingehende Hinweise an die Strafverfolgungsbehörden weiterleiten. Die Psychologin und Geschäftsführerin des Vereins „Innocence in Danger“ , erklärte sogar, mit der geplanten digitalen Bildungsstrategie für die Schulen „steure man sehenden Auges in die Katastrophe“, wenn Kinder und Jugendliche im Internet nicht besser geschützt würden. Was steckt hinter diesem dramatischen Weckruf an die Politik?

Allein in Deutschland haben etwa 728 000 einschlägig interessierte Erwachsene Onlinekontakte zu Kindern. Sie geben sich häufig als Gleichaltrige aus, locken mit Geschenken und konfrontieren ihre Opfer bewusst mit pornographischen Abbildungen, um sie so für reale Begegnungen mit sexuellen Kontakten vorzubereiten. Wie groß die Gefahr digitaler Kontaktaufnahme ist, zeigen die folgenden Zahlen: schon 39 % der sechs- bis sieben Jährigen, 76% der der acht bis neun Jährigen und 94% der zehn bis elfjährigen Kinder sind regelmäßig online. Neben der Gefahr sexuellen Missbrauchs droht natürlich auch der freie Zugang zu „normaler“ Pornographie, die das Innenleben von Kindern und Jugendlichen ver-, ja ihre Liebesfähigkeit zerstören kann. Was können Eltern dagegen tun? Nicht rigorose Verbote oder das Verteufeln digitaler Medien seien hilfreich. Die Fachstelle Return-Mediensucht (www.return-mediensucht.de) und die Initiative Safer-Surfen (www.saferinternet.at, bzw. www.safersurfing.eu/shop) geben Kindern und Eltern gute Tipps und Tricks für eine sichere Internetnutzung . Der beste Schutz aber für Kinder und Jugendliche, so die Experten, die die oben genannte Expertise vorstellten, sind Eltern, die ihren Kindern zuhören und sich Zeit für sie nehmen. Ich füge hinzu: Und Eltern, die ihren Kindern von klein auf die Schönheit des Zusammenhangs von Liebe, Treue und Sexualität erklären und vorleben.

Liebe im Netz -Jugend, Beziehungen und Sexualität in Zeiten der digitalen Flatrate

26.10.2016 Elternforum des Elternvereins NRW in Cooperation mit wertevollwachsen

Tabea Freitag, Dipl.-Psychologin und Co-Leiterin der Fachstelle Mediensucht „return“ in Hannover hat uns ein spannendes und teilweise sehr ernüchterndes Bild über den aktuellen Internetkonsum der Kinder und Jugendlichen gezeigt. Der Medienkonsum von Kindern ist drastisch und stetig in den letzten Jahren gestiegen. Aber nicht nur die Quantität an Medien, sondern auch die Inhalte von Chats und Videos und die Dauer von Computerspielen sind meistens nicht dem Kindeswohl förderlich.

Kinder „verlieren“ sich oft im Netz und sind mit einer sehr großen Menge an Informationen, Themen und Bildern konfrontiert, die sie oft nicht verarbeiten können. Dieser problematische Internetgebrauch endet leider viel zu häufig in einer Internetsucht.

Jugendliche haben eine stärkere Suchtgefährdung als Erwachsene, denn bis zum 24. Lebensjahr entwickelt sich der Bereich des Gehirns noch, der für rationale Entscheidungsprozesse benötigt wird, während das Belohnungszentrum bereits sehr stark reagiert. Emotionen und Belohnung beeinflussen das Verhalten daher in der Pubertät stärker als im Erwachsenenalter.

Viel zu früh werden Kinder mit sexualisierten Videos und Bildern konfrontiert. Wenn ein Kind schamverletzende Bilder nicht einordnen kann, bringt das Probleme mit sich. Kinder ahnen, dass bestimmte Inhalte nicht unbedingt ihrem Alter entsprechen; aber die Faszination der Bilder und vor allem die Einfachheit, sexuelle Handlungen mit ansehen zu können und davon erregt zu werden, erhöhen die Attraktion eines heimlichen Pornokonsums.

So lernen Kinder und Jugendliche ein falsches Bild von Sexualität, in dem persönliche Wertschätzung und liebevolle Bindung nicht vorkommen. Denn Pornografie reduziert die Sexualität auf Lust und Spaß, was zwangsläufig bedeutet, dass Verantwortung, Verbundenheit und Einfühlungsvermögen sehr stark in den Hintergrund gedrängt werden. Manche junge Menschen geraten in einen belastenden Zwiespalt. Einerseits verlockt sie die pornografische Darstellung, anderseits lehnt ihr Gewissen anfangs ein solches Verhalten ab. Für viele Jugendliche und junge Erwachsene jedoch gilt: Was online gelernt wird, wird dann auch offline praktiziert. Dabei spielen demütigende und schmerzhafte Praktiken und das vermittelte Frauenbild der Pornoindustrie eine wichtige Rolle. Frauen werden als jederzeit verfügbar und als Sexobjekte dargestellt. So werden junge Männer auf eine narzisstische, frauenverachtende Befriedigung konditioniert und junge Frauen, ja auch Mädchen, oft dazu getrieben, es ihnen sexuell recht zu machen, indem sie sich Erniedrigungen gefallen lassen.

Eltern sollten einfühlsam und mit Rücksicht auf Schamgrenzen mit ihren Kindern immer wieder über Sexualität reden. Kinder müssen lernen, dass sich dauerhaft positiv erlebte Sexualität nur zusammen mit menschlicher Bindung erfahren lässt und hierfür persönliche Reife Voraussetzung ist. Gleichzeitig sollten Kinder und Jugendliche so weit und so lange wie möglich von hohem Medienkonsum und dem Zugang zu Pornografie abgehalten werden, damit sie dieser nicht verfallen. Je später die jungen Menschen ein internetfähiges Handy bekommen, desto besser. Die Verfügbarkeit von Bildschirmmedien in Bezug auf die zeitliche Nutzung, die Inhalte und die Geräteausstattung muss dem psychosozialen Reifegrad und dem Maß an Eigenverantwortlichkeit der Heranwachsenden kontinuierlich angepasst werden. Elterliche Konsequenz und Durchhaltevermögen lohnt sich, auch wenn „angeblich“ alle Altersgenossen schon eines haben.

 

fullsizerender-13Eine gesunde Sexualität braucht bewusste Bindung und auch Grenzen. Aber auch Zeit. Heranwachsende brauchen Orientierung und Gespräche mit Erwachsenen, die sie über Liebe und Sexualität, aber auch über die Folgen von Pornokonsum aufklären. „Fit for Love?“ ein Praxisbuch für eine bindungsorientierte Sexualpädagogik und zur Prävention von Pornokonsum für Schule und Jugendarbeit vermittelt auf anschauliche und nicht schamverletzende Weise die Bedeutung von Liebe und Sexualität im Sinnzusammenhang einer vertrauensvollen Paarbindung, z.B. durch Bilder vom inneren Garten (für Identität und Intimität), vom Feuer oder Fallschirmspringen. Die vielfältigen Anregungen zum Gespräch und Informationen zur Wirkung von Pornografie können auch von Eltern und anderen Bezugspersonen genutzt werden.

 

Unsere Rolle als Eltern ist und bleibt es, Vorbilder zu sein und die ersten Ansprechpartner in allen Lebensfragen. Das Gespräch in Liebe und Geduld mit unseren Kindern zu suchen, ist unsere große Aufgabe und Herausforderung!

www.return-mediensucht.de

www.fit-for-love.org

 

 

 

Buchrezension

Schule – Quo Vadis? Pädagogik des Herzens

Der Titel ist Programm! Wohin geht die Schule in Deutschland?

Das Buch von Peter Maier beschreibt in einer brillanten und ehrlichen Weise die aktuelle Schulsituation in unserem Land. Es ist nicht ungewöhnlich zu hören, dass Kinder und Jugendliche mit dem G8 System überfordert und es leid sind. Aber was ist mit unserer Schulbildung los? Viele Eltern und Behörden melden sich zu Wort, wenn es um dieses Thema geht. Hier lesen wir über die Position eines sehr erfahrenen Lehrers, der viel zu berichten hat.

Gleich zu Anfang des Buches finden wir eine Liste mit sehr fundierten und kritischen Argumenten. Diese erläutern die häufigsten Probleme in unserem Land in Verbindung mit der Bildungsreform, die vor allem als Antwort auf die Pisa-Studie eingeführt worden ist. In weiterem Verlauf wird eine sehr interessante Beschreibung der Initiationsriten für Jugendliche gegeben, die hierzulande in Vergessenheit geraten sind, aber den Schritt in das Erwachsenenleben erleichtern können. Der Initiationsgedanke ist für den Autor zu „dem“ Schlüssel in der Pädagogik geworden.

Das absolut Innovative an diesem Buch ist, dass sich der erfahrene Gymnasiallehrer für eine Pädagogik des Herzens ausspricht, bei der die Schüler als Integralwesen betrachtet werden. Die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder und Jugendlichen soll eine zentrale Rolle in der Bildung spielen. Es soll eine positive Bindung zu den Lehrern entstehen, die sich nicht nur um die Wissensvermittlung kümmern, sondern idealerweise die Situation der Kinder erkennen und die ihre Bedürfnisse verstehen. Hervorragend ist Herr Maiers Plädoyer für eine Werteerziehung, die die Kinder sozialkompetent macht und aus ihnen Beziehungswesen formt.

Das Buch lässt Eltern und Lehrer hoffen auf eine Pädagogik, die nicht nur die hohen Ansprüche der Wettbewerbsgesellschaft erfüllt, sondern auch eine Beachtung der emotionalen und seelischen Bedürfnisse der Kinder sicher stellt. Ein Gewinn für unsere postmoderne Gesellschaft.

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https://www.initiation-erwachsenwerden.de

 

Rezension: Andrea Heck

wew beim NRW Tag

Wir haben uns gefreut, dass die Stadt Düsseldorf uns die Gelegenheit gegeben hat, unseren noch jungen Verein im Bereich ‚Initiativen’ auf den Oberkasseler Rheinwiesen vorstellen zu dürfen. Dort haben wir nicht nur die Gelegenheit gehabt, viele Familien mit Ihren Kindern kennenzulernen, sondern wir konnten uns auch mit Mitarbeitern anderer Initiativen austauschen wie z.B. dem Friedensdorf International oder Unicef und wertvolle Impulse für unsere Arbeit bekommen.

Dem Wunsch der Stadt, nicht nur Flyer zu verteilen, sondern auch Aktivitäten anzubieten, sind wir sehr gerne nachgekommen.

Der Renner war ein Wurfspiel, bei dem Grosse und Kleine ihre Fähigkeiten ausprobieren konnten. Unsere jungen Helfer haben sich toll um die kleinen Gäste bemüht und jeden kindlichen Einsatz, sei es beim Reissackwerfen oder an der Weltkarte, mit einem Lesezeichen plus Goldtaler belohnt.

Uns hat das die Chance gegeben in der Zeit Gespräche mit Müttern, Vätern, Großeltern und anderen Interessenten, z.B. Lehrern zu führen. Die folgende Geschichte, die sehr gut die Philosophie unserer Bücher wiedergibt, war auf einer Wand unseres Zeltes aufgedruckt und hat viele so Leser berührt, dass sie uns „Ihre“ persönliche Geschichte erzählt haben, ein Ansporn für uns, die Übersetzung und Einführung weitere Bände möglichst schnell voranzutreiben…….

Text Edison NRW-Tag

NRW Tag WeW (Jpeg)